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Fakultät Wirtschaftswissenschaften

Gastvortrag: Von soziotechnischen zu anthrodigitalen Systemen – Aktualisierung unseres konzeptionellen Instrumentariums für das digitale und GenAI-Zeitalter

Eine detaillierte, illustrative Komposition, die in zwei thematisch unterschiedliche, aber miteinander verbundene Hälften unterteilt ist, zeigt die Evolution von der traditionellen Informationstechnologie zur fortgeschrittenen, virtuellen künstlichen Intelligenz.  Die linke Hälfte, auf einem hellen, cremefarbenen Hintergrund, stellt ein physisches, vernetztes Büro dar. Fünf menschliche Fachleute arbeiten an verschiedenen Aufgaben an einem zentralen, mit Kabeln und Geräten überladenen Tisch. Ein Mann links steht und tippt an einem Laptop, eine Frau sitzt und arbeitet ebenfalls an einem Laptop. In der Mitte und rechts arbeiten weitere Fachleute an Laptops und Desktop-Computern. Der Tisch ist vollgestellt mit Routern, Servern, Switches und Kabeln, die die physische Netzwerkinfrastruktur bilden. Über ihnen schweben drei illustrative Diagramme: links ein Netzwerkdiagramm mit Rechnern, in der Mitte ein hierarchisches Organigramm, und rechts ein weiteres, detailliertes Flussdiagramm. Ein Mann im Hintergrund arbeitet an einem großen Serverschrank. Ein breiter, fließender Strom aus blauen, gewundenen Datenlinien und digitalen Binärcodes fließt vom Switch auf dieser Seite über die Bildmitte nach rechts.  Die rechte Hälfte, auf einem hellblauen Hintergrund, zeigt eine futuristische, virtuelle Arbeitsumgebung. Diese Hälfte ist geprägt von virtuellen holografischen Displays, fortschrittlicher Visualisierung und künstlicher Intelligenz. Fünf Figuren bevölkern diesen Raum, von denen vier menschliche Experten sind und zwei humanoide Roboter. Die Menschen tragen alle Virtual-Reality-Headsets (VR-Brillen). Eine Frau rechts und ein Mann vorne steuern mit Gesten virtuelle 3D-Hologramme von komplexen neuronalen Netzwerken, Datenströmen und Wellenmustern. Ein humanoider Roboter steht aufrecht, blickt auf und gestikuliert mit erhobener Hand zu einem der schwebenden Displays, das Code und Daten anzeigt. Ein weiterer, detaillierterer humanoider Roboter steht vorne links und blickt auf eine virtuelle Konsole, auf der eine Frau Code programmiert. Die Displays zeigen komplexe Graphen, Programmiercode und abstrakte mathematische Darstellungen. Der Datenstrom fließt in das zentrale holografische neuronale Netzwerk ein, was die Transformation und Verarbeitung der Daten durch KI darstellt.  Die gesamte Szenerie ist in einem klaren, präzisen grafischen Illustrationsstil gehalten, mit einer begrenzten Farbpalette aus Blautönen, Grau und Cremeweiß, und einer hohen Detailtiefe bei allen technischen Elementen und den Interaktionen der Figuren. © Felix Stundzig​/​TU Dortmund, KI generiert mit Gemini
Wir laden Sie herzlich zu einem Gastvortrag von Andreas Drechsler (Victoria University of Wellington, Neuseeland) ein.

Thema: From Socio-Technical to Anthro-Digital Systems: Updating our Terminological and Conceptual Toolbox for the Digital (and GenAI) Age

Die Perspektive soziotechnischer Systeme (STS) bildet seit Jahrzehnten eine zentrale Grundlage der Information‑Systems‑Forschung. Doch in einer Zeit, in der digitale Technologien und die menschliche Interaktion mit ihnen allgegenwärtig geworden sind, stellt sich die Frage, ob diese Perspektive noch den gleichen analytischen Mehrwert bietet wie früher. Gleichzeitig bringt die zunehmende Verbreitung nichtdeterministischer Algorithmen – insbesondere KI – eine neue Klasse digitaler Technologien mit eigenen Eigenschaften und potenziell autonomem Handeln hervor.

Vor diesem Hintergrund stellt der Vortrag ein neues konzeptionelles Rahmenmodell vor: anthropodigitale (A-D) Systeme. Dabei beschreibt der „anthro“-Teil die Stärke menschlicher Rollen und Einflüsse innerhalb eines Systems, während der „digital“-Teil den Grad der Determiniertheit der beteiligten digitalen Systeme erfasst. Der Bindestrich steht für die Schnittstellen zwischen menschlichen und digitalen Komponenten.

Anhand verschiedener Beispiele zeigt der Vortrag, wie eine A‑D‑Systemperspektive helfen kann, konzeptionelle Fragen – etwa unterschiedliche Formen der Mensch‑KI‑Zusammenarbeit – sowie terminologische Fragen, beispielsweise was eine „Konversation“ zwischen autonomen KI‑Agenten bedeutet, systematisch zu analysieren.

Referent:
Andreas Drechsler ist Senior Lecturer für Information Systems an der Victoria University of Wellington (Neuseeland). Seine Forschungs-‑ und Lehrinteressen umfassen digitale Architekturen und Sicherheit, organisationale Agilität, Lehrmethoden für Hochschulbildung im digitalen und KI-Zeitalter, den Einsatz von GenAI in wissensintensiver Arbeit sowie konzeptionelle und methodische Grundlagen der Design-Science-Forschung. Er hat mehr als 50 Beiträge in internationalen Fachzeitschriften und Konferenzen veröffentlicht.

Zeit und Ort:
Dienstag, 14. April 2026, 13:00–14:00 Uhr
Physikgebäude, Raum P2‑E0‑414 (AV‑Raum)